Was ist eine lose Zahnspange?

Ihr Kind hat schiefe Zähne oder der Kiefer entwickelt sich nicht ganz richtig? Dann kann eine lose Zahnspange helfen – oft schon im Grundschulalter. Anders als eine feste Zahnspange wird sie nicht auf die Zähne geklebt, sondern kann zum Essen, Zähneputzen und beim Sport herausgenommen werden.

In unserer Praxis in Worms setzen wir lose Zahnspangen gezielt ein, um das Kieferwachstum in die richtige Richtung zu lenken und Platz für die bleibenden Zähne zu schaffen. Die Behandlung beginnt häufig bereits im Wechselgebiss – also in der Phase, in der Milchzähne und bleibende Zähne gleichzeitig vorhanden sind.

Für wen ist eine lose Zahnspange geeignet?

Die lose Zahnspange ist besonders dann die richtige Wahl, wenn wir das Kieferwachstum aktiv beeinflussen möchten. Das ist vor allem bei Kindern und Jugendlichen der Fall, deren Kiefer sich noch in der Entwicklung befinden.

Typische Einsatzgebiete:

  • Frühbehandlung (ab ca. 5–6 Jahren): Korrektur ausgeprägter Kieferfehlstellungen im Milchgebiss, Abgewöhnung von Daumenlutschen oder Schnuller
  • Wechselgebiss (6–12 Jahre): Steuerung des Kieferwachstums, Platzschaffung für bleibende Zähne, Korrektur einzelner Zahnfehlstellungen
  • Retention nach aktiver Behandlung: Stabilisierung des Ergebnisses nach einer Behandlung mit fester Zahnspange oder Alignern

Ob eine lose Zahnspange für Ihr Kind die richtige Lösung ist, klären wir in einem persönlichen Beratungsgespräch in unserer Praxis.

Mädchen mit herausnehmbarer Zahnspange beim Kieferorthopäden in Worms

Welche Arten von losen Zahnspangen gibt es?

Je nach Befund und Behandlungsziel setzen wir unterschiedliche herausnehmbare Geräte ein. Hier ein Überblick über die gängigsten Varianten:

Aktive Platten (Dehnplatten)

Aktive Platten bestehen aus Kunststoff und Drahtelementen. Sie werden individuell im Labor angefertigt und können mit einer kleinen Schraube regelmäßig nachgestellt werden. So wird der Kiefer sanft gedehnt, um Platz für die bleibenden Zähne zu schaffen. Viele Kinder mögen es, ihre Platte farbig zu gestalten – das macht die Behandlung gleich viel angenehmer.

Funktionskieferorthopädische Geräte (FKO-Geräte)

FKO-Geräte wie der Bionator oder der Aktivator arbeiten mit dem natürlichen Wachstum Ihres Kindes zusammen – ganz ohne feste Mechanik. Sie werden vor allem dann eingesetzt, wenn Ober- und Unterkiefer nicht harmonisch zueinander wachsen, etwa bei einem Rückbiss (Unterkiefer steht zurück) oder einem offenen Biss.

Retainer-Platten

Nach Abschluss einer aktiven Behandlung muss das Ergebnis stabilisiert werden – sonst verschieben sich die Zähne wieder. Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite zur Retention und Stabilisierung.

Welches Gerät für Ihr Kind das richtige ist, hängt vom Befund ab und wird beim Erstgespräch besprochen.

So läuft die Behandlung mit einer losen Zahnspange ab

1. Erstberatung und Diagnostik

Beim ersten Besuch in unserer Praxis lernen wir Ihr Kind kennen und führen eine gründliche Untersuchung durch. Auf Wunsch erstellen wir mit einem digitalen 3D-Scan ein besonders präzises Modell der Zähne (Zusatzleistung).

2. Individueller Behandlungsplan

Wir besprechen gemeinsam mit Ihnen die Ergebnisse der Diagnostik, die Behandlungsziele und den voraussichtlichen zeitlichen Rahmen. Auch alle Fragen zu Kosten und Kostenübernahme klären wir in diesem Gespräch.

3. Anfertigung der Zahnspange

Die lose Zahnspange wird im zahntechnischen Labor individuell für Ihr Kind angefertigt. Dabei kann Ihr Kind die Farbe der Platte mitgestalten.

4. Einsetzen und Eingewöhnung

Wir zeigen Ihrem Kind genau, wie die Zahnspange eingesetzt und herausgenommen wird. In den ersten Tagen fühlt sich die Spange ungewohnt an – das ist völlig normal und legt sich schnell.

5. Regelmäßige Kontrollen

Alle 4–8 Wochen kommt Ihr Kind zur Kontrolle. Wir prüfen den Fortschritt, stellen die Spange nach und motivieren Ihr Kind zum regelmäßigen Tragen.

6. Abschluss und Retention

Wenn das Behandlungsziel erreicht ist, folgt die Stabilisierungsphase mit einem Retainer. Ohne Stabilisierung verschieben sich die Zähne wieder in ihre alte Position.

Tipps für den Alltag mit einer losen Zahnspange

Tragedisziplin ist entscheidend

Damit die Behandlung erfolgreich verläuft, muss die lose Zahnspange täglich mindestens 14–16 Stunden getragen werden – also auch nachts. Wird die Spange nicht konsequent getragen, kann die Behandlung sich deutlich verlängern oder das gewünschte Ergebnis wird nicht erreicht. Als Eltern können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, indem Sie feste Routinen schaffen – zum Beispiel die Spange immer direkt nach dem Zähneputzen einsetzen.

Pflege und Reinigung

Die Zahnspange sollte nach jedem Herausnehmen unter fließendem Wasser abgespült und einmal täglich mit einer weichen Zahnbürste gereinigt werden. Spezielle Reinigungstabletten können zusätzlich helfen, Ablagerungen zu lösen.

Aufbewahrung

Wenn die Spange nicht getragen wird – etwa beim Essen oder Sport – gehört sie in ihre Aufbewahrungsbox. So vermeiden Sie Beschädigungen und Verlust. Viele Kinder legen die Spange beim Essen in eine Serviette, die dann versehentlich weggeworfen wird. Die Box schützt davor.

Was tun bei Problemen?

Sollte die Zahnspange drücken, nicht mehr richtig sitzen oder kaputtgehen, melden Sie sich bitte zeitnah bei uns. Kleine Anpassungen lassen sich in der Regel schnell vornehmen.

Häufig gestellte Fragen zur losen Zahnspange

Tut eine lose Zahnspange weh?

In den ersten Tagen nach dem Einsetzen oder nach einer Nachstellung kann ein leichtes Druckgefühl auftreten. Das zeigt, dass die Spange arbeitet. Die Beschwerden klingen in der Regel nach 2–3 Tagen von selbst ab.

Wie lange dauert die Behandlung?

Die Behandlungsdauer hängt von der Fehlstellung und dem Alter Ihres Kindes ab. In der Regel dauert eine Behandlung mit loser Zahnspange zwischen 1 und 3 Jahren. Bei einer Frühbehandlung im Milchgebiss ist die aktive Phase oft kürzer.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung, wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Ob und in welchem Umfang die Kasse die Kosten trägt, klären wir gemeinsam beim Erstgespräch.

Lose oder feste Zahnspange – was ist besser?

Das hängt vom Alter und der Fehlstellung ab. Die lose Zahnspange wird vor allem bei Kindern im Wachstum eingesetzt, um den Kiefer zu formen und Platz zu schaffen. Für komplexere Korrekturen im bleibenden Gebiss ist eine feste Zahnspange oder eine Aligner-Behandlung oft besser geeignet. Welche Methode für Ihr Kind die richtige ist, klären wir beim Erstgespräch.

Ist eine lose Zahnspange das Richtige für Ihr Kind?

Jede Behandlung beginnt mit einer gründlichen Untersuchung und einem ehrlichen Gespräch. Wir beraten Sie individuell, welche Methode für Ihr Kind am besten geeignet ist – ohne Zeitdruck und ohne Verpflichtung.

Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin in unserer Praxis in Worms. Wir freuen uns auf Sie und Ihr Kind.

06241 202104

Zurück zu Ihrem Kieferorthopäden in Worms